Adventures in Sasserine

Log: Rattenkampf

Armenhaus – [Freie Stadt Sasserine, 16. Tag im Monat des Schwärmens 594 AZ]
Nach einer kurzen Nacht gehen Corak und Jonathan in die Küche des Hauses, um ein kleines Frühstück zu sich zu nehmen, doch bereits im Flur vor der Küche hören die beiden erregte Stimmen. „Dies ist noch immer ein Pelor-Haus“, ereifert sich Martyn, „Ihr könnt hier nicht einfach reinkommen und so tun, als wäre es euers!“ – „Dies ist immer noch unser Haus, um das mal klar zu stellen, und ihr wohnt nur hier. Und ein Eigentümer darf sich doch mal sein Eigentum anschauen, oder nicht?“ antwortet eine tiefe Stimme.

„Was ist hier los?“, platzen Jonathan und Corak in die Szene. Ein Handwerker – offenbar ein Zimmermann, wie an seinem Arbeitsgürtel unschwer zu erkennen, hält mitten in der Bewegung inne, das Maßband, mit dem er eben die hintere Küchenwand ausmessen wollte, baumelt unruhig hin und her. Mit einem nachlässigen Winken signalisiert die dritte Person, ein pompös gekleideter Mann in seinen besten Jahren, dass er weiter machen soll. Halb zu den Helden herum gedreht fragt er:
„Wer seid ihr, und was macht ihr in meinem Haus?“
Jonathan mustert die edle Kleidung des Mannes, die jedem seinen Wohlstand in bunten Farben ankündigt.
„Wir sind hier auf Geheiß der Aurana Kera Gosalar, die dieses Anwesen immer noch gepachtet hat. Und so lange habt ihr hier nichts zu suchen.“
„Ach was…na dann wird es euch freuen, den neuen Eigentümer dieses Hauses kennen zu lernen.“
„Noch hat es die Kirche gepachtet!“
„Genau. Und nach sieben und einem Tag fällt es an die Eigentümer zurück – wenn es nicht als Armenhaus genutzt wird, versteht sich. Und damit wäre es dann in unserem Besitz!“, grinst der Mann, dessen gezwirbelter Schnurrbart sich ebenfalls wie zu einem zu Lächeln verzieht. „Und in letzter Zeit scheinen die Bewohner die Gastfreundschaft der Kirche nicht mehr so zu schätzen.“
„Aber noch sind sie hier. Habt ihr etwa damit etwas zu schaffen?“
„Womit?“
„Mit den Ratten“
„Mein lieber Herr, das ist ein Armenhaus – was wollt ihr da erwarten?“
„Und was werdet ihr mit dem Haus machen, wenn es an euch zurück gefallen ist?“
„Nun, lasst euch überraschen – ihr seit zur Eröffnung jedenfalls herzlich eingeladen!“
Der Handwerker steht mittlerweile mit zusammengepacktem Werkzeugkasten neben dem gut gekleideten Mann.
„So, wir wären dann so weit. Wünsche noch einen schönen Tag!“, dreht sich um und stolziert durch die geöffnete Haustür, die Helden keines Blickes mehr würdigend.

„Wer war das denn?“, wendet sich Jonathan an Martyn.
„Das war Paul-Henri Bergerac, der Bruder der neuen Eigentümerin, Claudine Bergerac. Und ich glaube, er will dieses Haus in ein neues Bordell verwandeln.“

Hexenkuratorium – [Freie Stadt Sasserine, 16. Tag im Monat des Schwärmens 594 AZ]
Yavia und Jonathan erkunden sich bei Lux Seoni nach dem Auge Vordekais. Auch Corak stößt zu ihnen, nachdem er sich seine Gegenstände von dem Adepten besorgt hat.

„Es handelt sich um intelligentes und böses Artefakt“, schließt Seoni ihren Bericht. „Der Träger bekommt zwar Zugang zu den Kräften des Artefakts, ist aber immer dessen subversiven Einfluss ausgesetzt.“
„Wie äußert sich das?“ hakt Jonathan nach, der immer noch von der Macht des Auges fasziniert ist.
„Stimmen in Deinem Kopf, die Dir Tag und Nacht Dinge einflüstern…zunächst wirst Du nur eine leichte Versuchung verspüren…dann unbewusst etwas ausprobieren, was vielleicht fragwürdig, aber aus einem inneren Impuls heraus naheliegend scheint…und so beginnt es. Und denke nicht, dass Du es dauerhaft kontrollieren könntest – es wäre ein beständiger Kampf des Willens. Ich habe schon stärkere, mächtigere und erfahrenere Männer und Frauen diesen Kampf verlieren sehen.“
Jonathan runzelt verstimmt die Augenbrauen.
„Ich habe dies mit der Aurana Deines Ordens, Kera Gosalar, abgestimmt. Wir werden das Artefakt hier studieren und dann vernichten“, fährt Seoni fort und holt einen kleinen Lederbeutel aus einer Schublade. „Nimm dies als Entschädigung für Deine Mühen.“

Armenhaus – [Freie Stadt Sasserine, 16. Tag im Monat des Schwärmens 594 AZ]
Am frühen Abend kommen Jonathan, Yavia und Corak wieder beim Armenhaus an. Martyn erwartet sie aufgeregt und berichtet, dass nachmittags Anwerber in der Straße Arbeitskräfte gesucht hätten und einige der Familien mitgegangen seien. Auch sei eine Gruppe Scarni – Gaukler und fahrendes Volk – gerade bei einer Gruppe Waisenkinder. Die Helden eilen sofort in das Zimmer und sehen, wie Madame Mvasthi und drei ihrer Söhne Tricks vorführen und vom Leben der Spielleute erzählen. Die Helden versuchen, die Kinder davon zu überzeugen, dass sie im Armenhaus bleiben sollen, doch können sie den Verlockungen der großen Spielmannsfamilie nichts entgegen setzen – die Kinder verlassen mit den Sczarni das Armenhaus. Langsam wird es eng…

Die Helden befürchten nun weitere Maßnahmen des unbekannten Gegners und bereiten das Haus auf einen Überfall vor. Yavia legt ein Schutzsigel auf das Kinderzimmer im Erdgeschoss und Jonathan und Corak halten im ersten und zweiten Stock Wache. Spät in der Nacht erfolgt tatsächlich der Überfall – mehrere Werratten schleichen sich in das Haus, doch das Sigel weckt die Helden rechtzeitig auf. Nach einem kurzen aber hartem Kampf sind die Werratten tot – nur ihr Anführer kann entkommen.

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headrevolution

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